09. November 2006, 13:35 Uhr, AlastorGestern Nacht....Nun rannte er. Er rannte um sein Leben. Die Nacht war schwül und der Schweiß, gemischt von Angst und der Hast, rann ihm von der Stirn und über seinen halb nackten Oberkörper.
Sein Hemd war zerfetzt von den Strapazen der vorherigen Nacht und aus den vereinzelt hervorblitzenden Wunden tropfte immer noch Blut.
Was hatte er getan? Seine Vergangenheit war wie weggespült. Über seinen Erinnerungen legte sich ein tiefschwarzer Schatten und umschloss jeden noch so winzigen Gedanken. Selbst die Gegenwart verschleierte sich vor seinen Augen.
Wo war er?
Vor was rannte er mit dieser riesigen Angst davon?
Er hielt so ruckartig an, dass er stolperte und sich mehrere male überschlug. Er landete auf dem Rücken.
Stille. Nach einigen Minuten schlug er die Augen auf.
Er sah zwischen den hohen im Sommerwind seuselnden Bäumen direkt auf den vollen Mond, der gerade von einer Wolke freigegeben wurde. Fahles Mondlicht schien die dichten Blätter der Bäume wegzudrücken, so, dass er nun die volle Pracht des sommerlichen Nachthimmels sehen konnte.
Unzählige Sterne funkelten auf einem Teppich aus purem Samt.
Eine Sternschnupper löste sich vom Himmel und als er sie mit den Augen verfolgte, schaute er direkt in zwei große funkelnde Augen, die Augen einer Frau. Alles um ihn herum verschwand, der Wind legte sich, selbst das leichte seuseln der Blätter verstummte augenblicklich.
Diese Augen waren das einzige was es noch für ihn gab.
Langsam wanderten die Augen herum und ein zierlicher Körper presste sich auf seinen.
Sie trug nur ein leichtes Sommerkleid…
Sie sahs einfach nur auf ihm, hatte sich mit den Händen neben seinem Kopf abgestützt und schaute ihn an. Eine leichte Brise kam auf und wehte durch ihre langen Haare, die im Mondlicht silbrig glänzten.
Langsam beugte sie sich zu ihm herunter, schloss die Augen und küsste ihn lang und zärtlich.
Vor seine Augen schien sich die Welt zu drehen und im wurde heiß und kalt. Langsam löste sie ihren Kuss und glitt langsam und behutsam zu seiner Brust herunter, öffnete sein Hemd und küsste seinen Körper.
Ihre Küsse brannten wie Feuer und ihre Zunge verbreitete ätzende Säure, doch er wollte sich nicht bewegen. Langsam leckte sie ihm seine Wunden, welche sich langsam zu schließen begannen. Wieder glitt sie nach oben, zu seinem Gesicht und schaute ihn an. Seine Hände glitten nun sanft ihre Oberschenkel hinauf, streiften ihren Rock leicht nach oben, wanderten ihre Taille empor, bis hin zu ihrem Nacken. Er zog sie langsam zu sich herunter, schloss die Augen und küsste sie.
Als er die Augen wieder öffnete, stütze sie sich in der alten Pose und Tränen rannen über ihre Wangen. Er hob die Hand und trocknete ihre Tränen mit seinen Fingern. Sie küsste daraufhin seine Finger und schmiegte ihr Gesicht in seine Hand. Bis sie sie wieder sanft zu Boden drückte.
Der Wind verstummte abermals als sie zu einem letzten Kuss ansetzte.
Heiß und innig, wie die Nacht.
Die Welt schwand vor seinen Augen, verzerrte sich. Als der letzte Atemzug von seinen Lippen wich, schob sich eine Wolke vor den Mond und die Frau löste sich auf in dichte Nebelschwaden.
Vor ihr war er geflüchtet und hatte sie doch so sehnlichst erwartet…
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